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Kathrins Notizen

hier kommen in loser Folge meine Erlebnisse bei den verschiedenen Radtouren rein sowie andere, schöne Bilder. Die veröffentlichen Bilder stammen alle von mir. Sind entweder aktuelle Bilder oder Bilder aus meinem Archiv.

Es kann mit den Aktualisierungen mal ein paar Tage dauern, bis ein neuer Eintrag da ist, am besten ihr nutzt die automatische Benachrichtigung. Ich würde mich freuen, wenn du regelmäßig vorbei schauen würdest.

2011:
Rund um die Niederlande

Epilog, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5


Reiseberichte aus den Jahren 2006 bis 2010: Hier klicken!

Der Weg zum Gästebuch ist nicht weit!

Gruß,

Kathrin


Eine kleine Bilderauswahl, Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip:


www.flickr.com









Verfasst am 19.07.2015 12:27:41 Uhr
Eifelumrundung
5.7.
Stolberg – Lammersdorf, 41km
Es war die letzten Tage heiß gewesen und heute sollte es klein wenig weniger heiß werden. Aufgeregt war ich. Frühstücken? Wunschdenken, eine kleine Schnitte Brot und Kaffee musste reichen.

Die Räder ins Auto, mein Vater wollte ein Teilstück mitfahren und so ging es nach Stolberg. Der Bahnhof war schnell gefunden, Räder raus, Taschen dran und los ging es. Es war irrsinnig schwül gewesen, ich schwitzte wie ein Wasserfall.

Stolberg erinnerte mich ziemlich an das Ruhrgebiet, kein Wunder, ist es ja auch eine Bergbaustadt. Hinter Stolberg ging es ab auf die Bahntrasse. Ab nun ging es permanent leicht (1-2%) bergan. Ich merkte, ich hänge genau zwischen 2 Gängen. Ich war so hektisch und unruhig, das ich ermahnt wurde, ruhiger zu werden. Naja. Bald war die erste Aussicht, ääh, Bergkuppe, erreicht. Eine schöne Aussicht, nichts erinnerte mehr daran, wie es in der Stadt ausgesehen hatte.

Wir rumpelten über den Feldweg runter nach Kornelimünster und dort dann auf den Vennbahnradweg. Wie in einer anderen Welt wurde es.





Ich litt unter der schwülen Hitze. In Roetgen eine kleine Pause gemacht, ein Weck essen. Jeder Bissen wurde mehr im Mund und mir wurde übel. Trinken. Mir wurde noch übler. Das Schwitzen hörte auf und mir wurde kalt. Dabei war es >38°C. Die nächsten Kilometer waren eine Qual. Ein Schluck trinken, drei wieder erbrechen. Leistungsvermögen war komplett weg. Ich konnte selbst den leichtesten Gang nicht mehr treten. Viel schieben, erbrechen. Also nach 40km in Lammersdorf (nächstbeste Möglichkeit) ein Hotel gesucht. Mein Vater achtete noch darauf, das ich wirklich im Hotel eincheckte. Auf das Bett gelegt, Beine hoch, mal Wasser trinken versucht. Das blieb drin. Nach gut einer Stunde war ich in der Lage mich unter die Dusche zu begeben. Kühl abduschen. Wieder hinlegen. Das feuchte Handtuch auf mich drauf, die Kühle tat gut. Nach 2 oder 3 Stunden war ich wieder soweit, das ich mich um alles andere kümmern konnte. Draußen gingen heftige Gewitter runter und ich hoffte, das es dann von den Temperaturen her etwas besser werden würde.


6.7.
Lammersdorf – St. Vith, 54km
Ich bin nach dem Frühstück wieder früh auf das Rad gestiegen. Es war zum Glück deutlich kühler. Ich nahm mir für heute fest vor, es ruhiger, weniger hektisch anzugehen. Der Vennbahnradweg war schnell wieder gefunden, da es nun Werktag war, hatte ich ihn für mich alleine.



Es gab viel zu sehen. Und nach den 40km bergan gestern erst einmal 15km leicht bergab. Tat Seele gut. Regelmäßig gab es Hinweisschilder zu den Besonderheiten der Gegend zu sehen. Hier zum Beispiel die ganzen Schmugglerpfade.



Zwischen Monschau und Kalterherberge genoss ich einmal an einer Parkbank die Aussicht. Schaute mich um. Oh, ein Rotmilan und so nah! Er ließ sich am Waldrand immer wieder aus einem Nadelbaum in die Wiese fallen. Mäuse, klar. Ich schaut zu und nach wenigen Momenten sah ich den 2. Altvogel und einen Jungvogel, die dies sich anschauten. Da ging der Jungvogel gerade in die Jagdschule, ganz eindeutig. Das Ganze war keine 100m von mir weg. Ein absolutes Naturhighlight für mich.

Hinter Kalterherberge erreichte ich Belgien. Was soll ich sagen? Der Hund begraben und Landschaft pur.







Ok, unterbrochen wurde es von verlassenen Bahnhöfen:



Bei Waimes veränderte sich die Gegend ein wenig, es war nicht mehr so vom Venn geprägt.





Hier gab es was auf die Ohren und zwar ein Hörspiel darüber, wie die Gegend entstanden ist.



Alte und verfallene Viadukte.



Ab nun geht es nur noch Bergab. So in der Theorie jedenfalls!



Da es heute besser lief, war ich früh in St. Vith. Ich überlegte noch, ob ich weiter fahren sollte. Aber ich ließ es bleiben, nach der Erfahrung vom gestrigen Tag wollte ich nichts riskieren. Also ein Hotel gesucht, urgs, 2. Stock. Naja, langsam geht es. Aber warum ausgerechnet direkt über der Küche? Es roch den ganzen Tag sehr lecker...


7.7.
St. Vith – Diekirch, so um die 40km.

Ich sollte belgischen Kaffee meiden. Aber wirklich. Der war auf dem Rad schneller wieder draußen als mir recht war. Immerhin kann ich das mittlerweile beim Fahren, ohne absteigen zu müssen und ohne was an Frau und Material zu treffen...

Jedenfalls ging es heute auf eine geplante Halbetappe bis nach Troisvierges. Mal wieder Landschaft pur:



Endlich auch mal ein Tunnel, unbeleuchtet und recht kurz. Es war trotzdem sehr finster da drin.



Ich wurde gnadenlos vom Hofkater an einer Stelle aufgehalten.



Mittlerweile war die Strecke nicht mehr immer auf der alten Bahntrasse, hin und wieder ging es auch mal kurz hoch und runter. Vor allem hoch. Jaja, dann hat man wieder eine schöne Aussicht.



weiter oben...



Nach da ganz oben muss ich wohl.

Dann, kurz vor der luxemburgischen Grenze, muss der gemeine Radfahrer eine fest eingebaute Umleitung über den Berg fahren, denn in den alten Tunnelanlagen haben sich 11 (!!) verschiedene Fledermausarten angesiedelt. Das erste kurze Stück mit gut 10% habe ich schiebend verbracht. Nun ja... Es wurde flacher, ich fuhr wieder. Dann musste ich das Panorama doch glatt mal im Bild festhalten.



Den Rest der Steigung quälte ich mich mit anderen Radtouristen hoch. Bloß nicht wieder anhalten. Wir bezwingen schließlich gerade die höchste Erhebung von Luxemburg. Ich war sehr froh, als ich oben war. Nach einem ersten Stück rasender Abfahrt gab es eine schöne Aussichtsstelle. Also Päuschen machen, ist eh früh in der Zeit. Die beiden anderen Radfahrer kamen bald. Woran ich schnell merkte, das es Engländer waren? Sie packten Teesachen aus und kochten sich erst einmal Tee. Ich fuhr weiter und bald war Troisvirges erreicht, ich kam direkt am Bahnhof raus.

Ratlos schaute ich auf den Fahrplan und noch ratloser den Fahrkartenautomaten an. Ich verstand nichts. Zum Glück gab es eine Schalterhalle und ich konnte am Schalter meine Fahrkarte kaufen und nach einem Zug fragen. Mit Fahrrad zahlte ich 2€ nach Ettelbrück, das sind gut 50km. Noch eine Cola am Automaten gezogen (1€) und ich fragte mich, ob ich im Geldparadies gelandet bin.

Der Zug kam bald und mir wurde es in dem Zug sowas von speiübel wieder, gigantisch. Pendolinozüge sind nix für mich. Ich hatte jedenfalls auch eine sehr schöne Aussicht und ich wusste nicht, ob ich es bereuen sollte, diese Etappe nicht gefahren zu sein.

In Ettelbrück stieg ich aus und hatte in der Bahnhofsumgebung doch ziemliche Bedenken. Erst mal in die Stadt rein. Sie war mir maximal zuwider. Touriinfo gab es nicht, jedenfalls war sie beim besten Willen nicht zu finden. Maps.me (offline Navi) zeigte mir nur ein Hotel beim Bahnhof an. Nee, da hätte ich Angst um micht gehabt. Also wieder rauf auf das Rad an die Sauer und ab in den nächsten Ort.

5km weiter in Diekirch gab es ein Hotel, aber die Zimmer waren noch nicht fertig und generell wäre es heute erst ab 16Uhr auf. Ob man mir denn schon mal ein Zimmer reservieren könnte. Das ging. Also ab in den Ort, etwas Essen. Öhm, nun ja, alles auf französisch. Ok, beim Italiener weiß ich was ich bekomme, ich hatte keine Lust auf Experimente.


8.7.
Diekirch – Trier, 68km

Ah, luxemburgischen Milchkaffee vertrage ich. Welch eine Wohltat. Auch, das es mal nicht so heiß ist. Um nicht zu sagen, es war sehr frisch und nach ein paar Kilometern kramte ich meine Armlinge und die Windweste raus. Mehr war nicht im Angebot. Ich hatte den Radweg mal wieder für mich alleine.



Bald war die Sauer ein Grenzfluß zwischen Deutschland und Luxemburg. Es gab auf beiden Seiten ein Straße und hin und wieder Brücken.





Die Orte waren teilweise sehr trist. Auch in Farbe machte das Foto nix her.



Schneller als ich dachte waren die 55km an der Sauer vorbei und ich in Wasserbillig. Ich fahre auf jeden Fall schon mal mit der Fähre auf die andere Seite. Dann schaue ich weiter.



Hmm, so ein Schiebewind werde ich selten haben. Um nicht zu sagen, es war sehr stürmig geworden. Lasse ich mich schon mal bis nach Konz schieben.



Ach, die paar Kilometer bis nach Trier gehen auch noch!



Ich war stolz wie Oskar, das ich es bis Trier geschafft hatte. Wusste ich doch, wie es mir anfangs ging.

Also schnell ein Hotel suchen, dann ab in die Stadt. Die Stadt war gute 10min zu Fuß weg, also auf. Die Hauptsehenswürdigkeiten angeschaut, mich mit einem Bimmelbähnchen durch die Stadt fahren lassen. Mit einem Mal taten mir die Füße schrecklich weh. Also um ins Hotel.


9.7.
Trier – Bernkastel-Kues, 1km

Ich war brettfertig. Ich brauchte dringend einen Ruhetag. Mit möglichst wenig Bewegung. Was liegt da näher als eine Schiffstour zu machen? Ich hatte im Vorfeld gesehen, das es Die, Do und Sa eine Schiffsverbindung nach Bernkastel-Kues gab. Und heute ist Donnerstag. Hoffentlich nehmen die mich samt Rad mit.

Also pünktlich zur Anlegestelle gerollt. Es war natürlich möglich. Wie schön. Erst einmal auf dem Oberdeck hin gesetzt:



Mein Fahrrad hatte einen guten Platz:



Es wurde mir schnell frisch, da die Sonne hinter den Wolken verschwand, also ins etwas wärmere gesetzt. Die Gegend an mir vorbei ziehen lassen. Nach knapp 70km und 4,5Stunden Schifffahren war ich am Ziel angekommen.

Wieder in die Touriinfo um ein Zimmer zu bekommen. War es sonst eine eher knappe Auswahl, war ich hier eher überfordert, weil es so viele waren. Später noch ein wenig durch den Ort geschlendert, Eis gegessen.


10.7.
Bernkastel-Kues – Cochem, 80km

Endlich vertrage ich das Frühstück wieder. Es wurde langsam nervig mit der ewigen Brecherei. NEIN! ICH BIN NICHT SCHWANGER! Aber müde sehe ich trotzdem aus.



Heute geht es flach an der Mosel lang. Der Vorteil an einem Flußtal ist ja, man kann sich nicht verfahren, ich habe schließlich keine Karte mit.



Ok, ganz flach war es nicht, ein wenig Aussicht anschauen. Vielleicht hätte ich doch den Radführer Mosel mitnehmen sollen, damit ich immer weiß, wo der offizielle Weg ist?



Aussicht, Aussicht, Aussicht...





Cochem war irgendwie weiter als ich dachte, aber es war so schön gewesen. Trotzdem war ich schon froh, als ich da war.



Erst mal nach dem Elmar hin. Der Laden war nicht zu verfehlen, denn er liegt direkt unten an der Mosel. Nur der Hinweis auf die Gärtnerei ist ein wenig verwirrend. Kurz begrüßt, ein wenig geredet, ins Hotel frisch machen, wieder ein wenig im Laden abhängen, mit den Citybike zum Kuchen essen gefahren, weiter geschwätzt.


11.7.
Cochem – Andernach, 78km
Da es wieder sehr warm werden sollte, war ein früher Start für mich wichtig.

Es ging wie gehabt weiter mit ganz viel zu gucken. Weinberge, Burgen, Flussschleifen...





Langsam merkte ich, das ich mich Koblenz näherte. Das Tal wurde weiter, die A61 Talbrücke war zu sehen, der Radweg führte von der Mosel weg. Ich hoffte die ganze Zeit inständig, das ich immer noch richtig war. In Koblenz kurz mal auf das Navi geschaut, wie ich am besten fahre, denn die Beschilderung zeigte für mich in die falsche Richtung. Das Navi half mir auch nicht wirklich, also mal besser auf mein Gefühl verlassen. So fand ich den Weg an den Rhein gut.

Am Rhein war es mit einem Schlag sehr heiß. Mir bekam es mal wieder nicht gut. Puuh, wurde mir wieder übel.

Welch eine Aussicht. Das ehemalige AKW Mülheim-Kärlich, Uferpromenade.



Ortseingang von Andernach, ein Aldi. Ich weiß nicht, was mir besser gefiel. Das ich kühles Wasser bekam oder das es darin klimatisiert war. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell ein Liter Wasser in einem verschwinden kann.

In Andernach wie gehabt. Hotel suchen, einchecken, duschen, Wäsche waschen. Wäsche waschen? Das brauche ich doch gar nicht heute! Morgen bin ich zu Hause, also die Reserveklamotte gibt es morgen. Essen gehen, spazieren, es mir gut gehen lassen.


12.7.
Andernach – Köln, 87km.

Ach, eigentlich bin ich ja total müde. Soll mich sofort in den Zug nach Hause setzen? Ach nee, komm, ein paar Kilometer, wo da Wetter jetzt gerade so schön ist, kannst du auch noch fahren.

So ging es also am Rhein und etwas weiter weg in Richtung Heimat. Da ich die Strecke kenne, war ich mir mit der Wegführung immer sicher. Ok, es war auch nicht zu verfehlen.



Ach, nur noch so wenig Kilometer bis nach Bonn Mehlem? Komm, das fahre ich noch. Ach, der kräftige Gegenwind kann mich mal. Außerdem ist das Wetter noch schön. Zwischem Mehlem und Bonn war es rappelvoll aus dem Radweg. Man musste sich gut konzentrieren. Meine Beine waren ziemlich müde. Ach, soweit ist es von Bonn nach Köln auch nicht...

Es zog sich zu, ab Wesseling fing der Regen an. Bahnhöfe sind nun ziemlich weit weg vom Rhein. Also da durch. In Godorf kam ich an der S-Bahn vorbei. Aber weder Fahrkartenautomaten noch Fahrplan gesehen. Bevor ich da stehe und auf einen Zug warte, der irgendwann dann mal kommt, fahre ich lieber weiter durch den Regen. Das Wasser lief mir in die Schuhe. Ein ekliger Moment. Rodenkirchen. Jetzt kann es nicht mehr weit sein. Plötzlich war ich am Zollhafen. Menschenmengen. Langsames cruisen. Altstadt. Langsames schieben. Hoch zur Domplatte. Foto machen? Ach nee, lieber mal bei der Nässe und den Menschenmengen keinen Fotoapparat raus holen. Auf die Sachen aufpassen und rüber zum Bahnhof.

Es war Passgenau. 14:10 am Bahnhof angekommen, um 14:29 fuhr mein Zug nach Bergheim. Also Fahrkarte ziehen (was für ein Krampf mit dem Automaten) und ab zum Bahnsteig.

In Bergheim wieder raus aus dem Zug, nach Hause rollen. Auf dem letzten Kilometer merke ich, wie das Vorderrad schwammig wird. Plattfuß. Flicken oder schieben? Schieben.

Eine schöne Tour war es gewesen, die Einblicke in die Eifel haben mir so gut gefallen, das ich, wenn ich wieder ein paar Tage Zeit habe, mal nach Daun fahren und von dort diverse Touren unternehmen werde.





Verfasst am 06.08.2014 19:13:13 Uhr
Deutschland West - Ost Querung
Anfang Juli 2014
zu Hause

Ok, in den Sommerferien will ich dann mal den Rest fahren. Meine Planung erzählte mir was von 1000km. Dann schaufel ich mir also mal einen Monat Zeit frei, damit ich das mit meiner Nichtform ggf. auch schaffen kann. Dann ging es mal wieder ans packen. Eine Ecke der Wohnung und alles wird auf einen Haufen geworfen:


Das sieht wie immer sehr viel aus, also mal alles ordentlich zusammen packen.


So machte es mit den Gepäcktaschen ein Gesamtgewicht von 9,2kg. Die Lenkertasche wog noch mal so um die 2kg. Alles im allem akzeptabel.


10.7.
Anreise nach Winterberg
Nach einem schönen Frühstück zu Hause, ein letztes Mal mit dem Hund kuscheln ging es los nach Bedburg zum Zug. Es war Nebel bei 15℃, ich hoffe trocken zu bleiben. Fahrkarte gekauft, auf den Zug gewartet.


Im Zug durfte ich mir von Junkies anhören, welche Drogen trotz Ersatztherapie sich eingefahren werden, bei wem man nicht aus dem Programm fliegt und wer wann für wie lange in den Knast geht. In 20 Minuten wurde noch ein großer Flachmann geleert. Zum Glück wurde es bald ruhiger. Aufregung gab es im Zug nach Dortmund, denn er hatte über 15 min Verspätung und die Übergangszeit wurde immer knapper. Klappte aber noch. Erwartungsgemäß war der Zug nach Winterberg sehr voll von den Rädern.

In Winterberg mir ein Hotel gesucht, eingecheckt, spazieren gegangen.


11.7.
Winterberg - Marsberg, 60km
Nach dem Frühstück mich recht bald auf gemacht, mich erwartet die Querung des Sauerlandes. Aus Winterberg habe ich wieder raus geschoben, das ist nichts für mich. Kaum hatte ich die erste Steigung hinter mich gebracht, war auch der Nebel weg. Es ging sehr lange auf einer Traumstrasse so ganz leicht bergab.

Aber wo es bergab geht, geht es irgendwann auch wieder hoch. 12% sind mir zu steil zum hoch fahren, also die 2km geschoben. Steigung ist heute irgendwie rein gar nichts für mich. Mehr oder weniger bis Usseln ging es auf der Hochsauerländer Höhenstrasse entlang. Ein paar mal via Handy auf die Karte geschaut.

In Usseln eine kleine Pause gemacht und weiter ging es auf dem Diemelradweg entlang. Eine Mischung aus Waldweg, Radweg und verlassenen Landstraßen. Am Diemelsee hatte ich klein wenig das Gefühl vom Edersee. Die kurzen Abfahrten waren immer wieder ein Genuss. Der Gegenwind hebt das leichte Gefälle auf. Tolle Gegend. Die Gegend lasse ich nun mal ein wenig mit den Bildern wirken.








Das Wetter war recht schwül. Mein Trinken war knapp bemessen. In Marsberg erst mal im Eiscafe was getrunken, dann mir das Hotel gesucht. Das Zimmer ist im 3. Stock. urgs. Egal. Mein Rad wird diese Nacht in einer Kunstgallerie übernachten.

Man sah mir den Einsatz an:


Standardprogramm. TdF an, ausschwitzen. Duschen, Radsachen waschen, was Essen gehen. Viel Trinken. Vom Wetter habe ich Glück, denn am späten Nachmittag ziehen Gewitter auf. Gut das ich abends nicht mehr raus muss.

Unterwegs werden das wieder drei sehr gute Freunde:



12.7.
Marsberg - Bad Karlshafen, 73km
Mich nach dem Frühstück direkt wieder aufgemacht. Es war recht frisch gewesen, meine Windweste ganz weit unten in der Packtasche verpackt. Also leicht frösteln. Der Radweg entlang der Diemel ist einfach nur schön. Erst etwas enger, später wurde das Tal weiter. Zwischendurch gab es auch noch Schiebepassagen. Diese Brücke ist einfach nur ätzend zum Hoch- und Runterschieben.




Sonnenschein...


Schöne Gebäude:


Imposante Brücke:


Schöne Gegend:




Heute klappte das mit dem Trinken deutlich besser als gestern. Und der Dorfladen kam zur rechten Zeit, es gab eine Laugenstange. In Trendelburg meine Getränke für das Wochenende aufgefüllt. Auf einer alten Bahntrasse ging es weiter zum Tagesziel Bad Karlshafen. Da ich den ganzen Tag Gegenwind hatte, machte sich langsam bemerkbar. Und mein gestern leicht verknackste Fußgelenk schmerzt, sobald ich vom Rad bin.

In Bad Karlshafen mir ein Stück Kuchen und ein Kännchen Kaffee gegönnt. Dort auch nach einer Unterkunft gefragt. Sie hatte nichts mehr, hat aber direkt bei einer Freundin in einer Pension mir ein Zimmer klar gemacht.


Dort war erst mal das Standardprogramm dran.



13.7.
Bad Karlshafen - Hann. Münden, 46km
Heute ging es entlang der Weser, Flussaufwärts. Mein Vater hatte mir die Ostseite empfohlen, da sie schöner sei. War sie eigentlich auch. Nur war ich für Steigungen zu voll vom Frühstück. Und meine Beine kalt. 25% mag ich nicht runter fahren. Also schieben. Die Bremsen (also die stechenden, nicht die am Rad) mochten mich sehr.


Kalt war es mir sowieso. Meine Armlinge waren zu weit in den Packtaschen vergraben. Für die Regenjacke war es zu warm. Also weiter frösteln. In Bodenfelde war der Radweg von der Weser überflutet. Die Hälfte bin ich durch gefahren, dann konnte ich abbiegen. Wieso haben die kein Schild hingestellt? Ok, zum zurück fahren hatte ich natürlich keine Lust.


Das Wetter zog sich immer mehr zu. Es fing an zu grummeln. Ich müsste eigentlich schneller fahren. Ging aber nicht. Weiter ging es gemütlich. Als ich für ein Foto anhalten wollte, verhackte sich der Schuh mit dem Cleat im Pedale. Ich sah mich schon den Asphalt küssen. Ich wurde langsamer und langsamer. Eierte rum. Kam zum Glück noch vor dem umfallen raus. Nur das Rad konnte ich nicht halten. Glück gehabt.


In Hann. Münden mit dem ersten Regen ein Hotel gesucht. Nachdem ich fertig war, mich in den Ort aufgemacht. Was gegessen. Nun gab es ein kräftiges Gewitter. Natürlich war es auch noch dran, als ich fertig war. Also durch den Regen zurück zum Hotel. Dort relaxt. Keine Lust auf Rudelgucken gehabt und nach 35min Fußball gucken den Fernseher ausgemacht. Schlafen ist mir wichtiger.


14.7.
Hann. Münden, Ruhetag
Nach dem Frühstück ein wenig wieder durch den Ort spaziert. Die Bausubstanz ist mitunter nicht wirklich gut.




Zum Weserstein gegangen,


geschaut, wann so eine Schifffahrt möglich ist. Mir eine Werratalradkarte gekauft und andere Besorgungen gemacht. Im strömenden Regen zurück zum Hotel gegangen. Pause gemacht. Am Nachmittag eine kleine Schifffahrt über die Fulda gemacht.






Cyclingjudge versorgt mich mit ganz vielen Infos bzgl. Unterkünfte in Eisenach und Erfurt, gibt Streckentipps. Coole Sache das.

Krame heute schon mal die Windweste und Armlinge aus den Taschen raus und packe beides in die Lenkertasche. Dann ist es morgen früh sicherlich so warm, das ich es nicht brauchen werde.


15.7.
Hann. Münden - Eschwege, 58km
Um kurz vor 7Uhr kam die Müllabfuhr. Sie fuhren ca. 2m vom Bett vorbei. Bei diesem Krach war ich natürlich wach. Also aufstehen und fertig machen.

Die Strecke an der Werra ist einfach toll.


Vor allem mit den aufsteigenden Wolken.


Ansonsten hätte ich mich am liebsten in den Zug nach Hause gesetzt. So ein Wechselbad der Gefühle. Mittags in Bad Sooden- Allendorf eine Pause gemacht, was zu trinken geholt. Bei einem ganz freundlichem Radhändler mir eine Standpumpe ausgeliehen. In den Hinterreifen Luft rein getan. Ab da lief es bei kräftigen Gegenwind etwas besser.





In Eschwege mir ein schickes Hotelzimmer gesucht. Endlich etwas Luxus. Eschwege gefällt mir gut. Bin nur ziemlich verwundert über die doch sehr unterschiedlichen Baustile. Fachwerk und Backsteingebäude. Wieso?


16.7.
Eschwege - Eisenach, 62km
Heute lief es einfach gut. Endlich einmal. Das Wetter war zum Radfahren ideal. Die Strecke ist beeindruckend mit dem Durchbruch. Ich war lange Zeit alleine auf dem Radweg.






Seit langem konnte ich endlich wieder mal Störche sehen. Hier so eine ganze Familie:


In Hörschel habe ich den Werratalradweg verlassen und bin in Richtung Eisenach abgebogen. Es ist beeindruckend, wenn man die Wartburg über dem Tal sieht.

In der Stadt wurde ich schnell von Cyclingjudge erkannt und begrüßt. Feine Sache, noch weiter Tipps bekommen.

Eingecheckt, gewaschen, geduscht, wieder in die Stadt gegangen, am Markt das Flair der Stadt auf mich wirken lasen, ein Eis schlecken.



17.7.
Eisenach, Ruhetag
Nach dem Frühstück mich sofort zum Kulturprogramm aufgemacht. Das heißt, es ging hoch zur Wartburg. Ich war faul und bin mit der Buslinie 10 den Berg hoch gefahren und vom Parkplatz noch mal weiter mit dem Bus. So konnte ich um 9:30 direkt die Führung mitmachen. Begrüßt wurde ich aber zuerst von sehr zutraulichen Tauben.


Posen können die auch sehr, sehr gut!


Es ist sehr beeindruckend da oben. Auch das Luther-Zimmer. Kann mir da sehr gut vorstellen, dass dort gut gedacht werden konnte.


Zurück gab es nicht direkt einen Bus, mich also durch den Wald wieder runter in die Stadt gegangen. Mich per sms mit cyclingjudge zum Essen vereinbart. Wir haben gut gequatscht. Am Nachmittag eine Pause im Hotel gemacht, später noch einmal durch Eisenach geschlendert.




18.7.
Eisenach - Gotha, 42km
Da es sehr warm werden sollte, habe ich mich früh auf gemacht. Schnell war Gotha erreicht. Die Strecke war eher langweilig, entweder war die ICE Trasse direkt neben mir oder die Autobahn. Fast die ganze Zeit roch es sehr landwirtschaftlich. Es war echt schwer, wenigstens etwas fotografierwürdiges zu finden.


In Gotha mir den Park und die Innenstadt angeschaut. Ich muss schon sagen, sie haben mit der Hausfarbe sehr viel Mut. Die Häuser sind sehr knallig bunt angemalt.


Am frühen Nachmittag mich dann ins kühle Hotelzimmer zurück gezogen, es war so elendig heiß gewesen Die Klimaanlage lief auf Hochtouren. Knöchel und Waden machen komplett dicht. Es dauert lange bis ich sie halbwegs gelockert bekomme.


19.7.
Gotha - Erfurt, 47km
Bis um 4Uhr gut geschlafen, dann war ich oft wach gewesen. Um 7Uhr zum Frühstück gegangen, meine 2Brötchen gegessen, auf Joghurt/Obst hatte ich keine Lust gehabt. Heute merkte ich deutlich, das ich immer besser in Schwung komme. Anfangs kam ich überhaupt keine Steigung hoch, dann auf dem kleinen Blatt für jede kleinste Steigung, jetzt fahre ich so etwas auf dem mittleren Blatt hoch. Auch die Streckenlängen fallen mir immer leichter. Die Strecke war heute etwas schöner als gestern. Trotzdem war zwischen dem Radweg und der Autobahn (A4) lediglich ein flacher Graben.


War überrascht, wie flach es wurde. Zwischendurch ist vor mir ein Wieselchen über den Weg gelaufen. Eine alte Ölmühle:


Olle Burg am Rande:


äähm, ja, also, vielleicht sollte ich den Fotoapparat einfach mal aus machen, wenn ich ihn weg packe. Oder: Ich hatte schönes Wetter!


Sehr früh in Erfurt angekommen. erst mal über die Touri-Info mir ein Zimmer organisiert, das Rad hin gebracht, geduscht und zurück in die Stadt gelaufen. Dort einige Stunden verbracht. Die Stadt ist wirklich schön. Jetzt ist es mir zu heiß um irgend etwas zu machen.


20.7. Erfurt, Ruhetag
Sehr früh in die Stadt gelaufen. Es ist jetzt am frühen Morgen schon affig heiß und schwül. Es gibt bei den Häusern viel zu entdecken. Jedes Haus hat so seine kleinen Details zu sehen.


Krämerbrücke:


Marktplatz:


Auch abseits der Hauptstraße.






Zum Abschluss noch mit dem Bus durch die Stadt fahren lassen. Ab mittags wurde es mir zu heiß in der Stadt.


21.7.
Erfurt - Apolda, 47km
In der Nacht gab es schon heftige Unwetter, die Wettervorhersage sagte nichts gutes voraus. Aber bis zum Mittag sollte es trocken bleiben. Also gegen 8:45Uhr mich aufgemacht. Aus Erfurt raus war die Strecke so eher naja, später wurde es besser von der Gegend.

An dieses #### Kopfsteinpflaster habe ich mich mittlerweile halbwegs gewöhnt, aber wenn das dann in Kombination mit einer starken Steigung kommt, ist es um mich geschehen, das bekomme ich irgendwie nicht auf die Reihe. Aber eigentlich wollte ich ja nur den Klatschmohn fotografieren...


In Weimar ein wenig durch die Stadt gebummelt. Wieder eine komplett andere Stadt. Das hier die Preußen waren, sieht man deutlich. Würde eher in die Gegend um Hannover passen.


In Weimar ging es an den Ilm-Radweg. Mit einem mal wurde es richtig schön. Endlich!


Ich hatte ein hartes Kopf an Kopf Rennen mit den Schnecken.


Pausenstelle:


Da es immer öfters leicht regnete, habe ich schnell mal den Wetterbericht gecheckt. Oha! Unwetterwarnung! Das Regenradar war auch nicht schön. Ein guter Motivator um zügig nach Apolda zu fahren. Es ist sehr, sehr schwül gewesen. In Apolda bei der Touri-Info mir wie gehabt eine Unterkunft buchen lassen. Jetzt mal in einem Privatzimmer. Ist vollkommen in Ordnung. Das Wetter scheint vielen Autofahrern zu Kopf gestiegen sein. Ich wurde in den Städten mehrfach von Autofahrern gefährlich geschnitten/Vorfahrt genommen.
So als Fazit von der Thüringer Städte Kette: Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar: jede Stadt hat ihr eigenes Flair. Am beeindruckendsten war für mich die Wartburg mit dem Luther Zimmer.


22.7.
Apolda - Weißenfels, 56km
Die Nacht endlich mal gut geschlafen. Da mir die gute Frau gestern in der Touri-Info mir auf den Plan aufgemalt hatte, wie ich von der Unterkunft zum Ilmradweg komme, fand ich es leicht. Als ich mich kurz auf der Karte versicherte, ob ich richtig bin, hat ein Autofahrer, der neben mir hielt (ich stand auf dem Bürgersteig), mir das auch direkt gesagt. Fand ich nett.

Der Untergrund war eine Tortur. Ich glaube, die haben die Betonplatten von den Grenzwegen als Radweg verbaut. Und Kopfsteinpflaster kann ich jetzt schon nicht mehr sehen. Der Blick zurück. Ja, ich hatte kräftigen Gegenwind. Padamm, padamm, padamm...


Die Dörfer sind recht triste:


Der Weg nun mal schön:


Kunst gab es auch zu sehen:


In einem Ort packte gerade einer sein Rad aus dem Wagen und ich erspähte eine Standpumpe. Fragte nach, ob ich sie nutzen dürfte. Durfte ich. Endlich wieder korrekter Luftdruck. Das Rad läuft nun leichter, aber es rüttelt mich übel auf dem Kopfsteinpflaster nun durch.

Viel zu schnell erreichte ich die Saale. Das Tal wurde weiter. Wieder ganz anders. Schöne Felsformationen gab es zu bestaunen. Und Burgen.




In Naumburg natürlich hoch in die Stadt gefahren und mir es dort in Ruhe alles angeschaut. Auf dem Marktplatz ein Eisdoping betrieben.


Hinter Naumburg wurde es windtechnisch anstrengend. Windstärke 4 von vorne. Wie sschon den ganzen Tag.

In Weißenfels mir mal zur Abwechslung ein etwas besseres Hotel ausgesucht. Brauche ich einfach mal. Das beste daran: es gibt im Bad eine Badewanne. Also in den Ort gegangen, mir einen schönen Badezusatz geholt, es war sehr wohltuend. Und bei der Post mir ein Paket geholt, die warmen Sachen und weitere Karten werden nach Hause geschickt. Die Regenjacke halte ich aber. Es wird die nächsten 1,5Wochen nicht mehr kalt. Es hat nicht mehr kalt zu werden.

Ich wundere mich jeden Tag, wie dreckig die Radsachen jeden Tag werden. Aber Rei in der Tube reinigt besser als das, was ich vorher hatte.

Viel Armut ist hier, ebenso wie öffentliches Alkohol trinken. Auch das offen rechtsradikale Klamotten zu tragen. Ist mir ziemlich fremd.


23.7.
Weißenfels - Halle/Saale, 49km
Bis nach Bad Dürrenberg war der Weg ok gewesen. Wenn auch in jedem Ort Kopfsteinpflaster ist, teilweise ist ein eher historische Sache. Mit Gepäck ist es immer nur anstrengend und nervig.
Hinter Bad Dürrenberg war der Radweg gesperrt. Eine schlecht ausgeschilderte Umleitung begann. Irgendwie befand ich mich dann doch mal auf dem Weg in Richtung Leuna. Der Chemiestandort Leuna wurde an der Begrenzungsmauer abgefahren. Sehr langweilig. In Leuna noch schnell Getränke nachgekauft.


Habe heute Vormittag sehr viel Durst. Weiter ging es unschön und chaotisch weiter in Richtung Merseburg. Auch in Merseburg war es nicht einfach die Saale wieder zu finden. Es nahm mir die Lust die Stadt anzusehen. Als ich endlich wieder die Saale gefunden hatte, habe ich mich gefrustet an die Saale gesetzt und erst mal einen Liter getrunken. Fassa warnte mich vor, dass die Saaleaue vor Halle auch gesperrt sind, weil der Radweg neu gebaut wird. Mir macht der Hinterradreifen echt Sorgen. Nach 500km ist er schon ziemlich abgefahren. Hoffentlich wird er halten, habe ich doch gerade mal die Hälfte gefahren:


Die Beschilderung ist hier in Sachsen-Anhalt nicht so wirklich gut. Man muss sehr aufmerksam sein und die Karte im Kopf haben.


Vor Halle ging es mal wieder an der B91 entlang und nachdem die weiße Elster gequert wurde, ging es den Berg hoch. Huch, wo kommt denn der her? Die Aussicht von da oben war jedenfalls gut. Ich war sehr unschlüssig, ob ich in Halle Schluss machen sollte oder nicht. Als ich auf dem Marktplatz stand, war ich beeindruckt und es war mir klar, hier bleibst du einen Tag.

Über die Touri-Info mir wieder ein Zimmer gebucht. Vom Budget her hätte ich sogar ins Dorint gekonnt, aber da würde ich mich fehl am Platz fühlen. So bin ich in einem kleinen 3* Hotel Zentrum nah gelandet. Habe mich beim einchecken getraut zu fragen, ob es im Hause eine Waschmaschine geben würde. Gibt es und für kleines Geld werden mir nun meine Sachen gewaschen. Endlich mal wieder eine Grundsäuberung der Sachen. So von Hand gewaschen wird es ja nie so sauber wie mit der Maschine. Außerdem ist es für mich sehr viel bequemer. Um kurz nach 18 Uhr hatte ich alles gewaschen, getrocknet und aufgefaltet wieder auf dem Zimmer. Was für ein guter Geruch und so sauber! Endlich mal wieder strahlend saubere Sachen.
Wenn ich nun noch eine gescheite Luftpumpe zur Hand hätte, täte ich beim Rad morgen noch die Reifen vorne/hinten tauschen, denn hinten ist der Reifen ziemlich fertig schon. Aber so werde ich den Reifen bis zum bitteren Ende fahren. Notfalls bekomme ich in der Größe überall irgendeinen neuen Reifen.


24.7.
Halle/Saale, Ruhetag
Es ist heute ein richtig schöner Gammeltag gewesen. Durch Halle geschlendert, mal in ein paar Geschäften gewesen.




Der Unterschied von der Gebäudestruktur ist schon heftig. Absolute Schmuckstücke, Gebäude, die ok sind und absolute Bruchbuden. Altbauten und Platte direkt nebeneinander.

Mittags ein Schläfchen gehalten, den Regen verpasst. Wollte mit dem Panorama Bus fahren, aber wie am Vormittag waren dafür nicht genügend Teilnehmer da. Schade. Denn so wirklich viel kann ich im Moment laufen, habe mit diesem Kopfsteinpflaster den Knöchel wieder einmal verknackst. Aua, selbst in Ruhe und hoch gelagert. Werde ich gleich mal einen Salbenverband machen und das Beste hoffen. Eine Woche muss der Fuß noch durchhalten. Der Wetterwechsel beschert mir abends heftige Kopfschmerzen. Auch das noch.


25.7.
Halle - Calbe, 74km
Wieso müssen Hotelbettdecken immer so warm sein? Puh...

Der Regen pladderte draußen. Also direkt die Regenjacke und Überschuhe anziehen. Der erste Regentag bei dieser Tour. Der Handyempfang war recht mau, so habe ich mir den Blick auf das Regenradar gespart. Wieso bin ich nicht einfach im Bett geblieben? Als ich endlich aus Halle raus war, wurde es richtig schön. Der Weg endlich mal top, es lief einfach gut. Mir ging es trotz des Regens gut.


Leider war das Licht für Fotos zu schlecht. Also nur gucken und fahren. Der Kopfsteinpflasteranteil war heute recht gering, dafür waren die unbefestigten Wegstecken gefühlt wie im Pudding fahren, ein bis zwei Gänge leichter musste ich dann immer schalten. Eklig waren die ganzen Nacktschnecken unterwegs, das waren so viele, das man immer wieder drüber fahren musste. Einmal mit der Fähre gefahren.


Nach gut 2,5Stunden hörte der Regen auf, wegen der Temperatur ließ ich die Jacke noch was an.


Hach, diese Dynamik!


Kurz vor Bernburg die Regenjacke aus gezogen, der leichte Nieselregen störte nicht, hatte ja noch die Windweste an. hinter Bernburg an einem Wurststand gehalten und mal eine Bratwurst gegessen. Tat mal richtig gut. Die Wegstecke wurde plötzlich eher nicht existent. Ein kleiner Singletrail blieb über. ich fragte mich, ob ich überhaupt noch richtig war. Aber einen anderen Weg gab es nicht. Plötzlich wurde der Weg wieder gut.


Die Kilometer vergingen heute irgendwie wie im Flug. Nur der kleine Stein im Schuh nervte. Immer wieder musste ich den Fuß so bewegen, damit das Steinchen wieder aus dem Weg rutschte. Musste zwischendurch beide Bremsen nachstellen. Jetzt bremst das Rad wieder gut. Aber dafür quietscht es jetzt laut. Sehr laut sogar. Kette dann auch direkt mal geölt. Meine Saaleradwegkarte näherte sich dem Ende. Ich überlegte, ob ich bis an die Elbe fahren so oder nicht. Mir ist nicht klar, wie voll dort die Unterkünfte sind. Also im Ort vorher die Etappe beendet.


26.7.
Calbe - Wittenberg, 83km
Der Morgen startet mit Nebel.




Kopfsteinpflaster ohne Ende. Die Wasserflasche flog vom Gepäckträger, immer wieder. Also in die Tasche rein. Die ersten Kilometer waren eine Tortur. Es war anstrengend. Nach der Saale-Fähre kam nun die erste Elbe-Fähre.


So hatte ich nun den Elbe Radweg erreicht. Schnell ging es in den Wald. Endlich kein Kopfsteinpflaster mehr.


Von einer verlassenen Burg stand auf einmal das Tor im Wald.


Später ging es zum 3. mal mit der Fähre über den Fluss. Dessau war erreicht. Die Sonne ist kurz vorher mit einem mal raus gekommen und es wurde schnell warm. Also auf eine Apfelschorle gehalten und Pause gemacht.


45km standen schon auf dem Tacho. Laut Internet kamen noch mal gut 40km dazu. Die Beschilderung war ganz gut, so konnte die Generalkarte in der Lenkertasche bleiben.

Mal wieder Kopfsteinpflaster:


Schöne Wege gab es auch:


Kurz vor Wörlitz merkte ich, das ich was essen sollte. Also eine Kleinigkeit gegessen. Die Mücken haben mich in der Zeit fast aufgefressen. Weiter ging es. Das vierte mal Fähre stand an.


Der Akku war leer. Ich habe mich auf die letzten 18km auf gemacht. Ich muss unbedingt nach 50km was ordentliches essen. Habe es nicht gemacht, nicht dran gedacht, auch nicht sofort reagiert, als bei der großen Schwüle und Wärme mir kalt wurde. Ich weiß doch, das ich dann unterzuckert bin. Aber nee, alles ignoriert. als die Wegführung knifflig wurde, hatte ich angehalten, geschaut, links aufgestiegen, wollte los fahren, da war aber eine kleine Kante und schon lag ich rechts auf dem Boden. Bisschen Haut am Ellbogen und Knie/Unterschenkel gelassen, rechtes Handgelenk und Daumengelenk verstaucht. Kann aber alles gut durch bewegen. Am Rad und den Klamotten ist alles heile geblieben. Hab dann erst mal 10 min Pause gemacht, ein Gel gegessen, etwas getrunken. Wenigstens war die Aussicht schön.


Danach war mein Vertrauen in meine Fahrtechnik komplett weg. Bin jede Kurve langsam und unsicher gefahren.

In Wittenberg über die Touri-Info mir ein Zimmer besorgt, leider hat die erste Buchung nicht geklappt, also noch mal hin. Dann hat in einem anderen Hotel die Buchung geklappt. Morgen ist Pause angesagt.
Bin heute Abend total ko. Überlege, wie ich die letzten Etappen einteilen soll. Muss mal gucken, wie anstrengend der Untergrund sein wird, wie es läuft.


27.7.
Wittenberg, Ruhetag
Ich scheine Glück gehabt zu haben, heute morgen tun mir die Hände noch etwas weh, aber das war es dann auch. Volles Touri Programm gemacht. Da 2017 500 Jahre Thesenanschlag ist, wird im Moment alles, was mit dem Luther zu tun hat, aufwendig saniert. So ist auch so einiges nicht zu besichtigen oder eingerüstet. Zum Glück ist die Stadt nicht groß und es muss nicht viel gelaufen werden. Die Leere der Stadt genossen.




Um 11:30 mit der Altstadt-Bahn eine Stadtführung, inklusive Hundertwasser-Schule, gemacht.






Es ist wieder schwül - heiß. Nach einem Mittagessen beim Thai zurück zum Hotel, Mittagsschlaf und Formel1 gucken. Dem Gewitter zugucken, die Schlussetappe der TdF gucken. Dieses Subway überfordert mich. Das ist für mich schlichtweg zu viel Auswahl. Und diese Sandwichs fallen beim Essen auseinander. Da ist Döner essen einfacher.


28.7.
Wittenberg - Herzberg, 58km
Abends hatten mich die Mücken fast aufgefressen. Es regnet heute morgen mal wieder kräftig. Ich überlege, ob ich jetzt gleich für Samstag oder Sonntag die Rückfahrtkarte kaufen soll. ich muss dann mal gucken, für welchen Zug noch ein Radplatz frei ist. Leider ist in keinem IC mehr ein Platz frei, egal ob Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag. Also werde ich am Wochenende mit der Regionalbahn zurück gondeln. 14,5 Stunden mit 6mal umsteigen. Es ist halt einmal quer durch das Land.


Die Tour an der Elbe war richtig schön. Alles gut ausgeschildert, guter Untergrund. Viel zu gucken. Ein Storch wanderte neben mir auf dem Deich herum.






Dann führte mich der Weg in Richtung Jessen, kein Radweg, aber mittels Umleitung ausgeschildert. Ich war zwischendurch etwas verunsichert, hielt an und bevor ich auf die Karte gucken konnte, hielt ein Autofahrer neben mir und fragte mich wohin des Weges. Ich war richtig. In Jessen fand ich den Radweg nicht und fand mich auf dem Wanderweg wieder. Nix mit gutem Untergrund. Ich musste mich zwischendurch mal mit dem Navi orientieren. Kann mich auf meinen Orientierungssinn verlassen. Den Radweg habe ich beim besten Willen nicht gefunden.


Ok, bald darauf war ich auf einer alternativen Route. Die auch schön war!


Ja, so ist es schön!


Eine typische Dorfdurchfahrt.


Kurz vor Herzberg hingen mir die Gewitter im Nacken. Also richtig Gas geben. In Herzberg mir eine Pension gesucht, habe sogar eine schöne Aussicht!



29.7.
Herzberg - Senftenberg, 89km
Ich wurde wach und es regnete mal wieder. Schnell das Regenradar geprüft, ist nur eine große Wolke, hört gleich auf. So war es auch. Als ich mit dem Frühstück fertig war, war es von oben trocken. Die Luft war sehr feucht, leichter Nebel hing in der Luft. Es waren tolle Eindrücke von der Landschaft. Menschenleer über viele Kilometer. Der Weg gut, nun auch gut ausgeschildert. So stelle ich mir das Reisen vor.








In Elsterwerda den Radweg verloren, auf der Bundesstraße gelandet, schnell eine Alternative gesucht. Nach ein wenig suchen hatte ich den Weg wieder gefunden. Langsam kam die Sonne raus.


Wo muss ich denn nun hin?


Der Weg blieb den ganzen Tag immer wieder sehr einsam.


Dieses mal habe dran gedacht und habe regelmäßig etwas gegessen. So habe ich dieses mal den Hungerast vermieden. Tankstellen waren ein Ort der Kühle und kalter Getränke. In Schwarzheide habe ich wieder den Radweg verloren, also wieder eine Alternative suchen. Mittlerweile wurde es unerträglich schwül. Der Himmel wurde immer dunkler. Also keine Zeit verlieren, nach Senftenberg rein und ein Hotel suchen. Zentrumsnah wieder was gefunden. Es gab dann doch kein Gewitter. Ich hatte großen Hunger auf Schokolade.

Hoffentlich wird es morgen weniger an Kilometer und ich kann noch. Es ist die vorletzte Etappe. Morgen bin ich dann 3 Wochen unterwegs. Mir wird am Abend klar, das ich heute zum letzten mal meine Sachen von Hand gewaschen habe, 2Etappen noch und es ist geschafft.


30.7.
Senftenberg - Bad Muskau, 69km
Die Wettervorhersage sagte für den heutigen Tag nichts gutes voraus. Es war total schwül gewesen. Ich wusste nicht, ob ich schwitzen oder frieren sollte. Es ging sehr, sehr einsam an den ausgekohlten Tagebauseen. Der Radweg war super ausgebaut.




Zwischendurch die Windweste angezogen, es war mir doch was frisch. Der Rückenwind schob mich gut voran. Ich fing an zu grinsen, denn mir wurde klar, das ich es fast geschafft habe. Morgen noch und dann bin ich am östlichsten Punkt von Deutschland. Der Weg war manchmal etwas schwer zu finden. 5km Bundesstraße ohne Radweg dabei. Als ich da meine Kilometer abspulte, war mir klar, das ich keine 15km Bundesstraße ohne Radweg hatte. Das bei knapp 1000km.

Zwischendurch über die Spree gefahren, ist das mittlerweile eine rote Eisenbrühe.


Die Kirchen werden hier mitten in den Ort gebaut, eine Straße links, eine Straße rechts entlang. Der Friedhof ist irgendwo weit draußen zu finden.


Das Wetter wurde immer besser. Fand ich gut. Weste wieder aus. Bis jetzt in den 3Wochen für 2,5Stunden die Regenjacke gebraucht. Mich durch die Gegend treiben lassen. Bei den Sorben hier ist es von der Bausubstanz her sehr viel besser. Die ganzen Orte erscheinen gepflegter.

Eine kleine Stärkung unterwegs muss sein.


Yeah! Die Ostgrenze ist erreicht!


In Bad Muskau direkt ein wenig durch den Park gefahren. Der ist ja schon eindrucksvoll.






Dann über die Touri-Info mir ein Zimmer besorgt. 4*, für 55€, Radfahrer Spezialpreis. Heute kein Wäsche waschen mehr. Spart ja doch Zeit. Für Morgen reicht die Sonnencreme. Passgenau. Bin ich dann hier im Hotel Essen gegangen. Es war sehr übersichtlich auf dem Teller. Ganze 10 Gnocchi neben der Hähnchenroulade. Ich bin hungrig wieder aufgestanden. Die Bäckerei neben an war mein Sattmacher.


31.7.
Bad Muskau - Görlitz, 66km
Nach einem leckeren Frühstück ging es auf die letzte Etappe. Ich war doch recht müde, 4Tage hintereinander Rad fahren ist was zu anstrengend für mich. Aber ich will ankommen. Also durchbeißen. Ich hatte echt verdrängt, wie viele kurze Anstiege hier dabei sind. Immerhin habe ich Rückenwind. Von der Temperatur her war es so, das ich die Windweste an und wieder anziehen konnte. Die Kilometer zogen sich. Die Gegend war sehr schön. Ok, recht einsam.


Heute tut mir vieles weh. Vor allem bereitet die andere Radhose doch ein wenig Probleme. Zu ungewohnt.




Wenigstens kamen hin und wieder andere Radreisende, so war ich nicht stundenlang alleine unterwegs. Zwischendurch eine Cola getrunken. In Rothenburg wie beim letzten Mal den Radweg verloren, konnte aber an einer anderen Stelle schnell wieder drauf fahren.

Ich war froh als endlich das Ortseingangsschild von Görlitz da war.


Bei der nächsten Bäckerei mir einen Kakao geholt. Es waren aber noch viele Kilometer bis zur Altstadt. Unten an der Neiße zu Mittag gegessen. Schließlich ist das Restaurant auf dem östlichsten Punkt von Deutschland.



Das Rad schiebend zur Touri-Info, dort mir wieder ein Zimmer besorgt. Von dort weiter zum Hotel geschlendert. Viel ging dann nicht mehr. Kaffee getrunken, etwas spazieren gewesen. Müde.


1.8.
Görlitz, Ruhetag
Beim Frühstück mein Frühstück morgen früh organisiert. Die Dame war sehr nett, sie kommt etwas früher, damit alles klappt. Als ich beim Frühstück saß, gab es draußen eine Wahlkampf Demo. Als das Wort "Vaterland" fiel, kam mir das Frühstück fast wieder hoch. Diese Braunhemden sind hier so gegenwärtig, Wahnsinn.

Nach dem Frühstück erst einmal zum Bahnhof, Fahrkarte für morgen kaufen. Da ich heute lauffaul bin, noch eine Tageskarte für die Straßenbahn gekauft und mich in die Stadt fahren lassen. Erst ein wenig so durch die Altstadt gelaufen, viel gesehen dort, die Gebäude sind aus der Renaissance, Barock, Gründerzeit, sehr beeindruckend. Mich mit Touribus mich durch die Stadt fahren lassen. Da sieht man schnell viel. 70% der Altstadt ist bereits saniert. Durchschnittsalter liegt hier in Görlitz bei 52 Jahren. Leerstand an sanierten Altstadtwohnungen: 10000. Mietpreis Altstadt, saniert: ab 3€/qm, kalt. Stadt ist für 100 000 Einwohner ausgelegt, 55000 wohnen hier, inklusive aller Eingemeindungen. Irgendwie habe ich das Fotografieren heute vergessen.


2.8.
Die Rückfahrt dauert lange. Es ist warm, es ist laut, mir tut nicht nur der Rücken von diesen Klappsitzen weh. Es haben alle Übergänge gut geklappt, es war nicht zu voll und keinerlei Verspätungen. Ich stelle fest, dass der Mantel hinten es dann schlussendlich besser geschafft hat, als ich dachte. Es war zwar ein Schnitt drin, der komplett durch ging, aber der Schlauch hat nichts ab bekommen.


Die Bremsbeläge hinten waren nach der Tour komplett fällig:



Es war eine sehr schöne Tour gewesen, wo ich vor allem auch dieses Mal sehr viel Kultur gesehen habe.

Nun muss ich zusehen, das ich bald den Lückenschluss Selfkant – Duisburg erledigt bekomme.




Verfasst am 27.04.2014 14:25:50 Uhr

Hallo,

willkommen bei Kathrins Chaosradreisen mit Schlechtwettergarantie!

Dieses Jahr gab es mal wieder eine Überlegung: Was machste denn diesen Sommer für 'ne Tour? Die Überlegung ging in Richtung Elbe. Oder Belgien umrunden. Oder Dänemark. Oder doch Deutschland mal von West nach Ost queren? Wo du doch schon Deutschland einmal umrundet hast und von Nord - Süd gefahren bist. Eigentlich was ganz logisches.

Die Elbe schreckte mich richtig gehend ab, weil ich a) mehr oder weniger 3 Tage für an- und Abreise "verloren" hätte und b) der Elberadweg in der Hochsaison (ich bin ja an die Ferien gebunden) komplett überlaufen ist, da er gerade in ist.

Belgien? Och nöö, nicht wirklich Lust. Fremde Sprache, schlechte Straßen, Pommes und Berge. Nee, muss nicht sein.

Dänemark? puuh, erst mal die Anfahrt bis hoch nach Flensburg, da bin ich so fürchterlich lang unterwegs, voll die Staustrecke. Mit dem Zug auch nicht mein Traum.

Also mal die Deutschlandquerung anschauen. Selfkant (das ist bei Aachen) - Görlitz. Hmm, es geht durch sehr, sehr viele Bereiche, die ich nicht kenne. Bzw. zum Teile kenne und die sehr schön sind. Kilometerplanung mache ich mal nicht. Sonst bekomme ich Angst vor meinem Mut. Aber eine recht flache Route geplant. Diese wurde kurzfristig noch ein wenig umgeplant, hatte ich zuerst vor mitten durch das Ruhrgebiet zu fahren und den Teutoburger Wald (aua! Berge!) zu queren. Im Sommer wird meine Fahrtrichtung immer in Richtung Osten sein, jetzt aber fahre ich Ost-West. Nun fange ich jetzt in den Osterferien an und zwar geht es entlang der Ruhr, Rhein. Also Chaos pur im westlichen Teil, denn ins Selfkant fahre ich im Sommer mal von zu Hause aus, wenn ich denn mal so etwas wie trainiert bin.

Die Voraussetzung für eine Radreise sind hervorragend. Da ich laufend krank ist/war, kam ich nicht wirklich zum fahren. Oder wenn es mal hätte gehen können war scheiß Wetter. Also starte ich morgen fast komplett untrainiert. Ich vertraue darauf, dass der Körper sich an die vielen Lebensradkilometer erinnert und nicht zu sehr weh (Beine, Po) tun wird...

Ostern bedeutet auch immer, dass das Wetter sehr unterschiedlich sein kann. Ich hatte mir extra einen neuen Rucksack gekauft, der ein wenig mehr Volumen aufnehmen kann als mein bisheriger Rucksack (20l und nun max. 30l), gefüllt wird er mit er max. zu 2/3, denn sonst kommt mir der Rucksack mit dem Helm in die Quere. So ist Wetteronline die letzten Tage mein bester Freund geworden. Was mag ich für ein Wetter bekommen? Erste Vorhersage war zwischen 13°C und 23°C alles. Regenwahrscheinlichkeit schwankte von Tag zu Tag. Ich warf alle Sachen die für dieses Wetter in Frage kommen auf einen Haufen. Ok. Das will ich nun nicht alles mitnehmen. Das passt mir nicht alles in den Rucksack rein und außerdem wird er mir zu schwer, der soll ja nicht schwerer als 5kg inkl. Schloss werden (sonst bekomme ich Rückenschmerzen). Also das erst mal ausgemistet, gewogen: noch über 6,5kg und ohne Schloss. Also alles wieder raus. Beschlossen, das ich einen Großteil nicht brauche. Wieder auf die Waage. Ok, das Gewicht stimmt. Es geht wieder ein Tag ins Land, der Wetterbericht wird klarer, es wird wohl Regen geben und die Temperaturen schwanken zwischen 17°C und 20°C. Also wieder umpacken. Jetzt ist der Rucksack endgültig gepackt. Nun muss es passen. Lieber zu warm als zu kalt angezogen sag ich mir.

Schönen Gruß


22.4.2014 Zugfahrt nach Winterberg

Gemütlich und viel zu früh rüber zum Bahnhof gerollt und die Fahrkarte gekauft. Das war dieses Mal recht einfach, vor allem weil ich wusste, was für eine Karte ich benötigte. Selbst die Radkarte konnte ich direkt in einem Rutsch mit kaufen.



Ab Grevenbroich wurde es direkt anstrengend, denn ein Asi meinte im Zug telefonieren zu müssen. Von der Lautstärke her hätte er es direkt ohne Handy machen können, so gebrüllt hatte der Typ. Ätzend. Das Umsteigen in Düsseldorf hat auch gut geklappt. Nun war in dem Zug ein Neugeborenes, was Zugfahren so richtig doof gefunden hat und es sehr lautstark verkündet hat. In Winterberg stand das nächste Umsteigen an. Das ist schon ein komischer Bahnhof dort. Der kleine Zug war ziemlich überfüllt, denn andere Reiseradler meinten ihre Packtaschen am Rad lassen zu müssen. Ich habe mein Rad einfach senkrecht in die Ecke gestellt.



Die Strecke zog sich ziemlich, es kamen heftige Unwetter runter. Ich war nicht sonderlich begeistert darüber. In Winterberg war es kalt. So richtig kalt. Die warmen Klamotten der anderen machte mich doch glatt neidisch. Obwohl ich fror führte jede Bewegung zu Schweißausbrüchen. Also ab zum Hotel, Rad und Rucksack loswerden, zum Essen in die Stadt gegangen. Dabei noch mehr gefroren. Zu einem weiteren Spaziergang konnten mich die finsteren Wolken nicht motivieren, also ein zügiger Rückweg zum Hotel. Es kamen später auch entsprechende Wolkenbrüche runter.


23.4.2014 Winterberg – Arnsberg
70km, 360HM hoch, 830HM runter

Nach dem gestrigen Frieren also alles so angezogen, was ich an Radsachen mit hatte, war ja auch nicht wirklich viel. Zum Startpunkt gefahren und die Sonne genossen.



Danach ging es kräftig den Berg hoch. Zu warm angezogen. Die Schaltung nach dem Laufradwechsel nicht kontrolliert und somit verstellt (mir fehlten eigentlich alle Berggänge), frisch gefrühstückt (somit kurz vor der Kotzgrenze schon bei leichten Belastungen). Also mal ein paar Meter geschoben. Oben die Aussicht genossen.



Konzentration ist alles!


Ich habe schnell festgestellt, das ich mit den Slicks im Wald die komplett falsche Bereifung drauf hatte. Es war spiegelglatt gewesen.

Ruhrquelle


Das Wetter war sehr angenehm, ich hatte mich der Jacke entledigt und so langsam kam ich auch kleinere Steigungen hoch. Der Weg war schön abgeschieden, mir war bald klar, warum es RuhrHÖHENweg hieß. Ich hatte somit häufiger eine schöne Aussicht von oben.





Ab Olsberg ging es hin und wieder mal an der Bundesstraße entlang.



Ich wünschte mir öfters meine Crossbereifung.


Gegen Mittag zog es sich etwas zu. In Meschede eine kleine Mittagspause gemacht. Das Brötchen tat gut. Mittlerweile kam ich jede Steigung hoch.



Die Wolken wurden finsterer und finsterer. 10Km vor dem Ziel zog ich meine Regensachen an. 1Km weiter habe ich mich für 20min unter gestellt und das Gewitter abgewartet. Als es noch leicht nieselte bin ich weiter gefahren. 2 Kurven später war ich innerhalb von Sekunden bis auf die letzte Faser nass, so ein Wolkenbruch kam da runter. Ein Autofahrer meinte mich noch voll einsauen zu müssen. In solchen Momenten wünschte ich mir, diese Typen in den Pfützen zu ersäufen.



So plötzlich wie es gekommen war, war es auch wieder weg. Ich habe die Flucht nach vorne angetreten.



So ein Gewitter im Nacken motiviert doch ganz gut auf den letzten Kilometern...



In Arnsberg schnell ein Zimmer gefunden, was gegessen und relaxt. Warum müssen meine Hotelzimmer immer im 2. Stock sein? Für den nächsten Tag ein Treffen mit den Stramplern ausgemacht.


24.4.14 Arnsberg – Hagen
78km
Nach einem sehr schönen Frühstück ging es wieder los. Ich kam mir ja doch schon recht alt vor, so müde war ich eigentlich noch, aber ich weiß ja, das es sich mit der Zeit gibt. Zum Glück nicht direkt wieder den Berg hoch, sondern schön unten am Fluss entlang.



Kunst an der Brücke


Irgendwie habe ich vergessen mir weitere Notizen aufzuschreiben. Ich lasse nun einfach mal ein paar Bilder von der Gegend sprechen. Das Tal wurde bald weiter und offener.



[url=https://www.flickr.com/photos/kathrin74/14006999556/][img]https://farm8.staticflickr.com/7235/14006999556_9f4236d0c7_c.jpg" >

Ich kam mir vor wie im Sommer. Teilweise wurde bereits das erste Heu gemacht!


Kurz vor Fröndenberg wurde ich von der Polizei überholt.


Also schnell mich vermummen...


Viel Energie auf der Hälfte der Strecke




Das Landschaftsbild hat sich mittlerweile komplett verändert.


Unterwegs mit dem Abstrampler ausgemacht, wann wir uns wo treffen. Ich hatte reichlich Zeit, genoss noch einen Eiskaffee in Schwerte um mich danach zum Treffpunkt auf zu machen.

Abstrampler führte mich erst abseits des Ruhrradweges, da er wegen einem Hangrutsch gesperrt ist. Die Wolken wurden immer finsterer (kenne ich doch woher?). Wir lästerten schon, dass das ja wohl typisch wäre. Kaum bin ich unterwegs, kommt das schlechte Wetter. In Herdecke ging es wieder auf Ruhrradweg, entlang des Harkortsee. Wir waren uns gar nicht mehr sicher, ob es trocken bleiben sollte. Auf den letzten 1,5km fing es leicht an zu tröpfeln, kaum waren wir drinnen ging das Gewitter los. Punktlandung!

Einen sehr lustigen Abend bei den Stramplers gehabt. Danke noch mal dafür!


25.4.14 Hagen - Essen-Werden
60km
Innerlich dachte ich morgens ja schon, das man mich auf mein Rad bitte nachher drauf heben möge. Oha. Nun, da muss ich nun durch.

Nach einem lustigen Frühstück ging es bald los. Zum Leidwesen vom Abstrampler. Ich glaube, er steht nicht gerne früh auf :D Aber bei meinem Tempo muss ich halt früh los, weil ich halt so lange brauche.

Immer schön brav folgen!


Oder rum albern





Die Lichtverhältnisse genießen



So verging die Zeit bis kurz hinter Hattingen wie im Fluge. Abstrampler hatte seinen Spaß das wir Frauen am Kemnader See die Örtlichkeiten besuchen mussten.


Von nun an ging es (noch langsamer) weiter. Meine Beine waren leer. Nun brauchte ich nicht mehr so tun als ob ich noch könnte (:D). Deswegen wird nun die Fotofrequenz wieder deutlich mehr.


Überall waren Gänse.


Oder Kraftwerke


Pause machen.



Noch eine Pause. Ich hatte mal Durst auf was kaltes.



Die Kunst kam heute auch nicht zu kurz



Die Ruhr ist nun sehr ruhig geworden.



Mal wieder Gänse, dieses mal mit Minis dabei


Die Kilometer um den Baldeneysee waren für mich eine Qual gewesen. Aus diesem Grund war schließlich in Essen-Werden Ende der Tagesetappe. Es war eine Suche bis ich überhaupt ein Hotel gefunden hatte. Und wo war das Hotelzimmer? Richtig! Im 2. Stock.

Da ich mitten im Ruhrgebiet war, musste das Essen auch Standardmäßig sein.


Abends zum Abschluss noch ein Kaltgetränk. Morgen stehen ja nur noch ein paar wenige Kilometer an.



26.4.14 Essen – Werden - Duisburg
46km oder so

Ok, gestern musste ich gefühlt auf das Rad gehoben werden. Heute morgen war es schon eher aus dem Bett heben bitte. Und ich habe gemerkt, das ich am Vortag die Sonnencreme im Gesicht vergessen hatte. Ich glühte. Meinen Rucksack direkt mit runter zum Frühstücken genommen, damit ich ja nicht mehr hoch in den 2. Stock musste.

Mit sehr schönen Lichtverhältnissen ging es auf den noch leeren Ruhrradweg.



Hoch fliegende Schiffe



Gefühlt machte ich mehr Pausen als ich fuhr. Aber ist ja nicht schlimm, mich hetzt ja keiner.



Ob ich trocken bleiben würde? Ich war mir da nicht sehr sicher!





Aber ich scheine wohl Glück zu haben!


Hach, diese Dynamik!



Geschafft!



Der Duisburger Innenhafen





Es folgten noch ein paar Kilometer bis zum Hauptbahnhof, das mit der Fahrkarte war ein wenig kniffliger, ich bin mir nicht sicher ob ich überhaupt die richtige gekauft hatte. Aber heute wurde ich im Vergleich zur Hinfahrt gar nicht kontrolliert. Im Zug nach Düsseldorf war so ein spinnerte Triathlet, der schon vom angucken meines dreckigen Crossers Angst um sein Rad bekam, vor allem als sich meine Pedale seinen Speichern näherte... Die restliche Zugfahrt war ruhig gewesen mit einem gemütlichen Umsteigetempo.

Am Zielbahnhof mich zu den letzten Kilometern nach Hause auf gemacht, kam mir mein Vater + Hund auf dem Rad entgegen, also dort mit gefahren/gegangen, konnte meinen müden Beinen nur gut tun. Und der Hund hat sich sehr über die Extrakuscheleinheiten gefreut.

Mal schauen, wie ich nun meine Sommertour weiter führen werde. Bis dann!




Verfasst am 26.10.2013 18:40:46 Uhr

Es wird mal wieder Zeit um einen Rundumschlag mit frischen Bildern.

# Herbst

























































Verfasst am 01.09.2013 16:20:32 Uhr









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