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Kathrins Notizen

hier kommen in loser Folge meine Erlebnisse bei den verschiedenen Radtouren rein sowie andere, schöne Bilder. Die veröffentlichen Bilder stammen alle von mir. Sind entweder aktuelle Bilder oder Bilder aus meinem Archiv.

Es kann mit den Aktualisierungen mal ein paar Tage dauern, bis ein neuer Eintrag da ist, am besten ihr nutzt die automatische Benachrichtigung. Ich würde mich freuen, wenn du regelmäßig vorbei schauen würdest.

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Kathrin


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Eine kleine Bilderauswahl, Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip:


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Verfasst am 21.08.2009 18:27:44 Uhr

23.7.2009 Traunstein – Au (Bad Feilnbach)
75km, 4:07h, 500HM↑

Ok, zu viel Schlafen bekommt einem auch nicht so sonderlich. Schon am Morgen merke ich: das wird heute sehr heiß!

Anfangs ging es angenehm unter den Bäumen der Traun her, ich befinde mich nun auf dem Bodensee - Königssee - Radweg. Selbst da merke ich vor 9h in der Früh die große Hitze, die sich entwickelt. Ob da auch die schweren Unwetter kommen werden, wie vorhergesagt?

Der Föhn war ja ganz lustig, wenn er von hinten kam. Das war Erholung pur.


Das war leider nicht immer der Fall. Wenn er von vorne kam, kam man kaum mehr vom Fleck. Zum Glück waren die Rückenwindanteile heute höher. Jeder Tropfen Flüssigkeit verdunstet schneller, als man trinken kann.

Es wird immer schwüler, die Aussicht ist toll. Aber keinerlei Wolken sind zu sehen.


Also wird der Schliersee locker zu erreichen sein. Es läuft ja super, die Schwüle ist mit dem Wind ja noch zu ertragen. Es ging runter zum Inn, bereits zum zweiten Mal an dem Tag werden die Flaschen wieder gefüllt.

Plötzlich hört der Föhn auf. Ich sehe Wolkenbänke auf mich zuziehen. Es wird unerträglich heiß. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr vom Fleck weg zu kommen, egal wie ich mich anstrenge. Die Wolken türmen sich auf einmal auf und kommen schnell näher. Ich lege mich mal auf eine Parkbank in den Schatten, es ist so unwahrscheinlich heiß... Was soll ich tun? Jetzt noch knapp 30km hart Bergauf fahren? Werde ich das vor den Unwettern schaffen? Ich beschließe, die Etappe für heute abzubrechen, auch wenn ich dann viele Kilometer hinter meinem geplanten Ziel bleiben werde.

4km hinter Bad Feilnbach biege ich in den nächsten Ort ab. 1. Stopp an einer Bäckerei, ich brauch was Kaltes zu trinken! Ich trank es noch in der gut klimatisierten Bäckerei. Die Bedienung meinte noch, das für heute schwere Unwetter mit Hagel und Sturm geben könnte. Ich bin froh, das ich mich dazu durch gerungen habe, früher aufzuhören. Wo gibt es das nächste Bett zu kaufen? ~ 200m weiter. Herrlich die Kühle des Hauses. Duschen, waschen und Essen gehen waren schnell erledigt und 1 3/4h nach dem Einchecken kommen die Unwetter runter. Hoffentlich ist es morgen wirklich die 13°C kälter als heute!


24.7.2009 Au (Bad Feinlbach) – Bad Kohlgrub
94,8km, 6:10h, 988HM↑

Das Kartenstudium hat ergeben, dass der Bodensee – Königssee – Radweg (BoKö) viele Schlenker macht. Da fahre ich lieber direkt gerade aus über Miesbach nach Bad Tölz. Sieht nicht wirklich hügelig auf der Karte aus...

Ich wurde sofort eines besseren belehrt.


Es ging kräftig hoch und runter. Nach 18km >400HM. Uff. Dafür haben mich die tollen Ausblicke entschädigt. Nach 40km war endlich Bad Tölz erreicht. Erst einmal in eine Apotheke, ich muss meinen rechten kleinen Zeh irgendwie versorgen. Er scheuert durch die zu glatten Socken am Schuh und tut sehr weh. Mit einem Compeedpflaster geht es sofort deutlich besser.

Danach ging das große Verfahren los. Natürlich falsch abgebogen, die BoKö Schilder aus dem Blick verloren und schon fuhr ich einen Berg hoch. Berg hoch? Stopp! Da stimmt was nicht. Also wieder rein in die Stadt. Ich müsste irgendwo ganz in der Nähe vom Radweg sein. Nur wo??? Eine freundliche Politesse erklärte mir den Weg. Er führte durch eine parkähnliche Fußgängerzone. Schön anzuschauen.


Der Weg ging erst an der Bundesstraße entlang, bis er diese in Richtung Benediktbeuren verließ.


Oh ja!! :D :D


Soll ich mal wieder was abkürzen? Jetzt scheint er wirklich mal flach zu bleiben. Erst mal in die Kamera grinsen


das Panorama genießen und wieder zum Rad zurück.


Hätte ich das mal nicht gemacht. Er war zwar flach, aber so manches mal knifflig zu fahren. War ich zu langsam, wurde ich fast von Mücken aufgefressen.

In Großweil ging es mal wieder Berghoch nach Murnau. Dort fand ich eine sehr bescheidene Wegführung. Danach folgte ein 12km flacher aber stetiger Aufstieg. Diese Wolkenfront motivierte mich zum durchbeißen.


Ob es gut gehen würde? Ja. Müde checkte ich in einem Hotel ein und machte einen Spaziergang in den Ort. Mal ein paar Minuten in einem Internetcafe abhängen, mit schrecken feststellen, das draußen ein Unwetter runter geht und man weder Regenschirm noch Regenjacke mit hat. Also im Ort essen gehen und hoffen, dass der Regen aufhört, wenn man wieder zurück will. Es gab nach dem Essen eine 10 Minütige Joggingstrecke durch den leichten Landregen zurück zum Hotel.


25.7.2009 Bad Kohlgrub – Oy Mittelberg
73,5km, 5:20h, 706HM↑

Heute ging es irgendwie nur Berghoch. Wenn es nicht Berghoch ging, hinderte der starke Gegenwind einen an einem vorankommen. Aber der Reihe nach.

Laut Vorhersage sollte das Wetter heute etwas kühler sein. Also direkt das mittelwarme Unterhemd und das dickere Trikot angezogen. Weste, Armlinge und Halstuch wurden auch direkt angezogen. Schon nach dem Losfahren bemerkte ich, wie erbärmlich kalt mir war. Auch Berghoch wurde mir nicht wärmer. Also anhalten, die Knielinge in den Untiefen der Packtaschen suchen. Wieso müssen die dann immer in der anderen Packtasche und dort ganz unten sein? Die Windjacke war schnell gegriffen. Als ich mich so weiter einmümmelte, bewunderte ich die ganzen Oldtimer, denn meine Strecke war identisch mit ihrer Rallye, ich stand direkt am Startort einer Gleichmäßigkeitsprüfung. Kurze Zeit später trennten sich unsere Stecken, der Wald hatte mich mehr oder weniger verschluckt. Über einen grobschottrigen Weg ging es Bergan. Mir war immer noch kalt. Also noch einmal anhalten und das ganz dicke Winterhemd raus suchen. Dafür zog ich die Windjacke aus, damit ich nicht im eigenen Saft gekocht werde und es mir hinterher noch kälter wird. Ich hasse diesen Untergrund. Eine Brücke gab mir die Möglichkeit, ein wenig mit dem Selbstauslöser zu spielen.


Mitten im Wald standen eingezäunt einige sehr schöne Rindviecher rum. Als ich diese in Szene setzte (man kommt auf solche Ideen, wenn man frierend auf dem Rad sitzt), wurde ich von einer Herrengruppe überholt. Gut, die sind nicht wirklich schneller als ich, nutze ich die einfach mal als Schrittmacher. Wieso stockt die Weiterfahrt? Oh, ein Bach muss durch fahren werden. Der Untergrund war betoniert. Ich hatte nun also gut 10 Zuschauer. Da fährt man ja locker durch, ohne zu zögern. Als ob man das jeden Tag machen würde (das war aber meine Premiere). Anerkennende Blicke von den Herren. Weiter ging es, dieses mal war ich vor der Gruppe. Wieso mussten die denn eine Pause machen? Es war doch anders rum viel angenehmer!! Es ging nun leicht Bergab. Mit dem Schotter mein Hass- und Angstuntergrund. Also was für den Felgen- und Bremsbelagverschleiß getan. Vollbremsung! Wo war der Weg? Der Weg war 50m weiter. Dazwischen?


Na super, so eine Situation hab ich ja noch nie gehabt. Erst einmal ein Foto und dummes Gesicht machen. Schon kam der erste schnelle von der Herrengruppe. Er schaute ähnlich wie ich und stellt sein Vorderrad in den Bachlauf, nutzte den Lenker als Krücke und sprang über den Bach. Ok, das bekomme ich auch hin. Wieder ein cooles Gesicht gemacht, sowas macht frau ja auch immer wieder und es ist üüüüüberhaupt nix neues, Vorderrad im Bach versenkt, Stoßgebet gen Himmel geschickt (ich will am anderen Ufer nicht abrutschen!) und rüber. Das Rad durch den Bach gezogen. Gut, das ich Ortliebs dran habe, denn die wurden endlich mal ein wenig gesäubert. Über das Geröll geschoben und noch ein wenig blabla mit dem Mann gemacht. Da er jetzt lange warten musste, machte ich mich vom Acker, denn das würde bei denen sicher lange dauern.

Der Weg wurde endlich wieder einfacher zu fahren und der Wald spuckte mich wieder aus. Ich war nun in der Nähe von Füssen. Das Wetter war ja schon nicht schön, nun wurde es übel, denn ein Unwetter zog auf. Regen, Sturm, Hagel bei 12°C. Was ich davon halte? Nichts!!


Weiter ging es in Richtung Neuschwanstein. Nachdem es im Wald schön ruhig war, wurde es nun wieder voll auf der Straße. Immerhin war es von oben trocken. Ich fror erbärmlich, ich wusste nicht, was ich noch anziehen sollte, hatte ich doch schon fast alles an. In Neuschwanstein suchte ich die Stelle, wo ich vor 3 Jahren, bei deutlich wärmeren Temperaturen auch schon mal ein Bild gemacht hatte. Nach kurzer Zeit fand ich die Stelle wieder. Sie war vor allem Tourifrei.


Das Wetter wurde mit einem Schlag wieder besser. Es wurde ein wenig wärmer (immerhin 14°C und Sonne), aber der Sturm blieb.


Mit so einem Wind rechne ich an der Küste, aber nicht in den Bergen. In einer Bäckerei taute ich mich wieder auf und nahm mein Mittagssnack ein. Nach dem Snack ging es mit dem Frieren. Der Wind blieb mir erhalten. Er war kalt und kam natürlich von vorne. Die Windjacke kam wieder hinten auf die Packtasche. Ich kam nicht wirklich vorwärts. Also die Gegend genießen.


Wenn man so langsam unterwegs ist, bekommt man ja von seiner Umwelt sehr viel mit. Ich fand die letzten Tag sowieso, das es unwahrscheinlich viel nach Landwirtschaft roch. Hier war der Geruch besonders intensiv. Nach der Kurve wusste ich, warum.


Weiter geht es hoch. Warum immer nur hoch? Kämpfen. Durchhalten. Pause? Pause mit schönem Ausblick!


Kaum sitze ich da auf der Parkbank, meldete sich mein Handy. Wenn ich hier eh hocke, kann man ja mal drauf gucken, was los ist. Pacer meldet sich per SMS: „Wo bist du? Du musst deine Route ändern, denn am 7.8.09 heiraten wir und du musst natürlich kommen!“ Bei so einer SMS ist einem klar, die Radschinderei hat ein paar Tage eher ein Ende. Mein Einwand, das ich nur Radklamotten mit hatte, zählte nicht, es zählte, das ich komme, ich darf mit dem Rad anreisen. Ok, alles klar :)

Weiter ging es. Nach dieser Pause war es direkt einfacher und ich konnte ein kleines Stück mit 17% hoch fahren. Auch konnte ich die Überschuhe endlich ausziehen. Nach einer kurzen Abfahrt über eine kleine Straße ging es parallel zur Hauptstraße, dann mal wieder davon weg, über diese Römerbrücke (ok, die Brücke ist deutlich neuer, aber die ollen Römer haben die gleiche Stelle zur Flußquerung genutzt).


Hinter Nesselwang stellte sich mir die Frage: Weiterfahren oder Quartier suchen? Diese Wolkenfront ersparte mir jegliches Nachdenken.


Eine Stunde später kam ein Wolkenbruch runter. Den hätte ich voll mitbekommen. Es ist schon schön, so einem Regen aus der trockenen Pension anzuschauen.


26.7.2009 Oy Mittelberg – Lindau
95,8km, 5:38h, 662HM↑

Mein Ziel war es, irgendwie Lindau zu erreichen. Aus der Erfahrung von gestern habe ich erst einmal alles angezogen, was ich gestern auch an hatte. Ausziehen kann man immer noch, aber ich will nicht sofort wieder so auskühlen.

Da die Sonne schien, war es nicht so kalt. Wenn man aber sich auf knapp 1000m Höhe befindet


und von dort runter fährt, sollte man besser warm eingekuschelt sein. Die anderen Radfahrer schauten mich groß an, weil ich mit Armlingen + Weste so „viel“ an hatte. Dabei hatte es keine 20°C gehabt und dann auf der Abfahrt frieren? Nö! Nach 30km habe ich angefangen, die ersten Sachen auszuziehen.

Rund um Immenstadt war die Hölle los. Trotzdem fanden sich immer wieder Momente der Ruhe.




Mir kamen immer mehr Gepäckradler entgegen. Bei einem Teil fragte ich mich, ob die hinter Immenstadt überhaupt den Berg auf 1000m Höhe hoch kommen würden und wenn sie dies geschafft haben, wie sie die Strecke hinter Füssen bewältigen. Von der Gepäckmenge waren so einige Schwerlaster unterwegs.

Die Ausblicke waren einfach immer wieder schön.


Mit der Zeit wurde es auch wieder ruhiger und weniger Sonntagfahrer waren unterwegs.


Ich hatte Durst und nirgends war ein neues Wässerchen zu bekommen. Also die Trinkflashce gut einteilen.


So soll das Wetter bitte bleiben!

Vor Lindau wurde es wieder voller, eine Frau holte mich ein und fragte das übliche woher und wohin, Ich sähe nach einer größeren Tour aus. Die kleine Steigung hoch wurde so überbrückt und sie verabschiedete sich, das sie Hunger hätte und nun nach Hause fahren würde. Grrr!!! Ich war kurz davor, meinen Lenker anzuknabbern!

Das Ortsschild Lindau war passiert, kam ich an den letzten Österreichgrenzübergang der Strecke.


Eine letzte Abfahrt und schon stand ich am Bodensee.


Es war so richtig satt voll. Sollte ich noch weiter fahren? Oder doch lieber zelten? Der Wetterbericht erzählte was von schweren Gewittern. Für sich selber sorgen? Lieber erst einmal fragen, ob was in der Jugendherberge frei ist. Dem war so. Also hin und einchecken.

Das warmes Buffet habe ich gut ausgenutzt


Fortsetzung folgt!



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